Sie stehen inmitten einer tollen Landschaft, verborgen zwischen Wäldern und Wiesen, oder auch in Industriegebieten... Flachbauten mit wenigen kleinen Fenstern, dafür mit auffälligen Abluftrohren auf dem Dach. Wohl kaum jemand fragt sich, welche Funktion diese Gebäude haben und was sie beherbergen – dass darin Tiere gehalten werden, die ein trauriges Dasein fristen müssen, vermutet niemand. Und doch ist es eine traurige Realität: es handelt sich um konventionelle Schweinemastanlagen, in denen wehrlose Mitgeschöpfe einem kurzen, fremdbestimmten Leben voller Qual ausgesetzt werden. Auf engstem Raum, in Dämmerlicht oder Dunkelheit, Dreck und beißendem Gestank werden die Schweine auf Vollspaltenböden zusammengepfercht – sie leiden und sterben für den Gaumengenuss des Menschen!

Damit die Muttertiere nach dem „Abferkeln“ ihren Nachwuchs auf dem engen Raum nicht erdrücken, hat der Mensch auch hier eine abartige Lösung gefunden: die Säue werden in eine zusätzliche Vorrichtung gesperrt, die den Liegebereich von dem Fluchtbereich der Ferkel abgrenzt. Nicht einmal das Drehen des Körpers ist hier möglich und die Tiere starren unablässig auf kahle Wände.

Bis zu ihrem siebten Lebenstag werden männliche Ferkel durch den Landwirt ohne Betäubung und Schmerzbehandlung kastriert. Dieser Eingriff ist mit erheblichen und lang anhaltenden Schmerzen verbunden. Gerechtfertigt wird diese blutige Prozedur mit der Verhinderung eines so genannten „Ebergeruches“, den die Hoden nach der Pubertät produzieren können und der bei den Verbrauchern unerwünscht ist.

Dämmerlicht und Dunkelheit in den Ställen sollen dazu dienen, die Tiere ruhig und den Drang nach Bewegung und Aktivität (die aufgrund der Haltung auf kleinstem Platz auch nicht möglich wäre) gering zu halten. Künstliches Licht wird nur für kurze Zeit die Anlage erhellen, wenn das Personal seine emotionslose Arbeit verrichtet.
Zur Bewegungslosigkeit in Dunkelheit und furchtbarem Gestank verdammt zu sein, bedeutet für die Tiere eine unvorstellbare Qual. Auch anderen Tieren wie z. B. den Kühen, Schafen, Kaninchen, Geflügeltieren und Fischen geht es nicht besser. Auch sie werden täglich millionenfach für den Fleischkonsum produziert, gequält und getötet.

Schweine sind intelligente und überaus neugierige Wesen, die es genießen würden, auf dem Erdboden und im Gras auf Entdeckungstour zu gehen und der Sonne nach einem ausgiebigen Schlammbad entgegenzublinzeln.
Doch die einzigen Momente, in denen die für den Fleischkonsum zum Leiden und Sterben verurteilten Tiere die Sonne sehen und den Wind schnuppern dürfen, sind der kurze Weg von der Stalltür zum Schlachttiertransporter und von dort in den Schlachthof. Zeit zum Wahrnehmen bleibt keine, die Tiere werden in den Transporter und aus ihm heraus gezerrt, getreten und geschlagen. Brutalität steht an der Tagesordnung. Ein Entrinnen gibt es nicht.


Auf dem Schlachthof erleben die Tiere ein Martyrium, das sich jeglichen Vorstellungen entbehrt. Umgeben von dem Geruch nach Blut und Angst sowie den Schreien und verzweifelten Versuchen der Tiere, den Schlachtern zu entkommen, müssen die Tiere hilflos mit ansehen, wie ihre Artgenossen getötet werden. Berichten zufolge ist es keine Seltenheit, dass Betäubungen nicht ausreichend verabreicht werden, so dass die Tiere bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden!

Wissen sollen die Fleischkonsumenten möglichst von alledem nichts. Hinter großen Mauern bleiben die grausamen Bilder den Fleischkonsumenten verwehrt, denen ganz schnell der Appetit vergehen würde, wenn sie dieses Leid wahrhaftig erleben würden. Ein Hinterfragen, Umdenken und Protestieren der Bevölkerung wird tunlichst verhindert, schließlich zählt einzig und allein der Profit. Jedes Kilo totes Tier bringt bares Geld.
An der Fleischtheke im Supermarkt oder beim Metzger von nebenan fragt sich niemand, wo und wie die Tiere gehalten werden, deren Lende und Nacken angepriesen und kräftig gewürzt zu einem leckeren Mahl werden sollen. Die nett verpackten Würstchen und Fleischstücke erinnern nicht mehr daran, dass es sich um Körperteile eines Lebewesens handelt, das genauso ein Recht auf Unversehrtheit hatte, wie wir selbst. Sich in die Situation der Tiere zu versetzen, ist den meisten Menschen fremd.
„Fressen und gefressen werden“ hört man aus so manchem Munde – als letztes Glied in der Nahrungskette sagt sich dies leicht! Raubtiere töten, um sich zu ernähren und dadurch zu überleben. Für den Menschen gibt es diese Notwendigkeit nicht, er kann sich ohne Tierprodukte sogar gesünder und abwechslungsreicher ernähren.

Die wenigsten Menschen wären dazu in der Lage, eigenhändig ein Tier zu töten. Doch jeder, der das Fleisch der Tiere konsumiert, gibt den Auftrag für dessen Leid und Tod. Solange sich die Menschen nicht von der Ausbeutung der Tiere und dem damit verbundenen Fleischkonsum distanzieren, wird die Fleischindustrie unterstützt. Jedes gekaufte Stück Fleisch trägt zu unermesslichem Leid und zur Ermordung hilfloser Geschöpfe bei.
Jede Tierfreundin und jeder Tierfreund sollte sich diesen Zusammenhang klar vor Augen führen und eine Veränderung der Ernährungsweise wagen, zum Schutz der Tiere und zugunsten der eigenen Gesundheit. Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, sich über die vegetarische oder vegane Ernährung zu informieren und gibt Hilfestellung, die Ernährungsumstellung zu realisieren.
Bitte bedenken Sie, während wir von dem Leid der Tiere „nur“ lesen oder entsprechende Fotos anschauen, müssen diese Tiere den Schmerz, die Angst und die Qual am eigenen Leib spüren und unfreiwillig ihr Leben lassen!
Text: Kerstin Wuthenow/Jena, September 2010 - Fotos: www.soylent-network.de