Bedenkliche Entwicklung
Damit erfahren die vom Landkreis Emsland ausgehenden Bemühungen um Lösungen für die Problematik nun auch durch ein deutliches Signal aus Berlin Rückenwind. Die Politiker hatten sich mit der Eingabe eines Petenten aus dem Nordwesten Deutschlands beschäftigt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Ausweitung von Stallanlagen auf Grundlage der durch das Baugesetzbuch ermöglichten privilegierten Zulassung gewerblicher Tierhaltungsanlagen „bedenklich“ sei.
................In der Diskussion ging es dann hin und her. "Ich erwarte vom Kreistag, sich einmal klar zu positionieren, dass wir hier keine Massentierhaltung wollen", meinte Grünen-Abgeordnete Charlotte Ahrend-Prinz (Grüne). "Die Tiere leben relativ zufrieden in ihren Ställen", sah Norbert Kummann (CDU) keine Grundlage für eine Diskussion über Ethik. Dass über Großanlagen auch innerhalb der Landwirtschaft eine intensive Diskussion geführt werde, hob Kreislandwirt Anton Holz (CDU) hervor. Die Landwirtschaft, unterstrich er, habe ein großes Interesse daran, das Vertrauen der Verbraucher nicht zu verlieren: "Wir sind auch bereit Kritiker durch die Ställe zu führen."
KOMMENTAR:
Man darf sich darüber wundern«, konstatierte der Wiener Schriftsteller und Religionswissenschaftler Adolf Holl, »dass die modernen Gesellschaftswissenschaften mit Vorliebe die Erforschung des Bösen betreiben. Das Gute scheint sie kaum zu interessieren.« Das Zitat stammt aus Holls Buch »Mitleid – Plädoyer für ein unzeitgemäßes Gefühl«.
Auch die Zahl der Schweinehaltungen hat in diesem Zeitraum zugenommen: von 1206 auf 1421. „Seit 2008 wurden fast 50 000 neue Plätze genehmigt“, erläutert Kreissprecher Norbert Kampelmann. Tendenz steigend: 2008 wurden 7201 neue Mastplätze genehmigt, 2009 waren es schon 15 516 und in diesem Jahr wurden bislang 25 040 Plätze genehmigt. Es sind aber noch fast 10 000 weitere Plätze beantragt.
GEGEN MASSENTIERHALTUNG
Die deutsche Landwirtschaft muss in unserer Gesellschaft stärker für die moderne Tierhaltung werben. Denn emotional sehr aufgeladene Tierschutzdiskussionen gefährden die Akzeptanz der tierischen Produkte, aber auch die Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland.
BSE........Da die Seuche so gut wie besiegt sei, könne man die damals eingeführten Sicherheitsstandards lockern - weniger BSE-Kontrollen, nicht infizierte Tiere aus befallenen Beständen für den Verzehr freigeben, die Verfütterung von Tiermehl an Allesfresser wieder erlauben...............
Warum die Politik die Lockerung erwägt, ist für Soltwedel-Schäfer klar: "Für die Fleisch- und die Tiermehl-Industrie geht es um Millionen. Derzeit müssen Kadaver teuer entsorgt werden, als Tiermehl bringen sie Geld ein - und sind für Mastbetriebe enorm billiges Futter. Die Fleischlobby bearbeitet die Politik seit Jahren in dieser Frage."
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1123/politik/0006/index.html
Wurst Case Scenario. BSE und die Folgen bis heute. Berliner Zeitunghttp://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1123/politik/0002/index.html
......................Bei der Versorgung mit Geflügelfleisch aus Massentierhaltung seien nicht nur der Tierschutz zu beachten, sondern auch die Auswirkungen der Geflügelproduktion auf Abnehmer in Afrika und Asien, wo wegen der auch sehr fragwürdigen Subventionspolitik der EU die dortigen Strukturen gestört und gefährdet würden.
........................Massentierhaltung ist kurzfristig an Profitinteressen orientiert und nicht nachhaltig gedacht - weder im Interesse der Landwirtschaft noch bewußter Verbraucher. Hier sind Land und Bundesgesetzgebung gefordert; die Privilegierung der hofnahen Flächen ist in Frage zu stellen.
.............................„Wir begrüßen die Aussagen. Es bleibt aber bei dem alten Spruch, an Taten, nicht an Worten soll man messen. Die gravierenden Mängel, zu denen das Ministerium nun offenbar endlich Handlungsbedarf erkannt hat, sind nicht durch kleine Korrekturen behebbar. Die Haltungssysteme als Ganzes müssen verändert werden, aber auch eine Wurzel des Übels, die Hochleistungszucht beendet werden. Das wäre aus Tierschutz- und Verbraucherschutzsicht konsequent", kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es bedarf eines rigorosen Kurswechsels. Es muss damit vorbei sein, dass Tiere in Haltungssysteme hineinmanipuliert werden. Die Haltungssysteme und die Zucht müssen nach tierischen Bedürfnissen ausgerichtet werden. Niedersachsen findet hoffentlich endlich das Ende als Hochburg der Geflügelqual."
DIE LINKE im niedersäsischen Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, sich für die Erfassung des Medikamenten-Einsatzes auch in der Geflügelwirtschaft einzusetzen. „Wenn es um Geflügel geht, hat Niedersachsen eine besondere Verantwortung“, sagte die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion, Marianne König: „Nirgendwo sonst in Deutschland wird soviel Geflügel gemästet“. König reagierte damit auf Medienberichte, wonach Geflügel von der geplanten Dokumentationspflicht von Medikamenten-Einsätzen in der Tierproduktion ausgenommen werden soll – angeblich aus Datenschutzgründen, was Datenschützer jedoch bereits als haltlos kritisiert haben.
................ „Die Landesregierung kümmert sich viel zu wenig um diese Probleme; Ministerin Grotelüschen macht aus Eigeninteresse und Lobbyismus das Gegenteil“ kritisierte König.
Kreis Steinfurt - Mehr Mut fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag von Landrat Kubendorff bei der Bearbeitung von Bauanträgen für große Schweinemastanlagen. Die grüne Fraktion ist überzeugt, dass Genehmigungen versagt werden können, wenn alle rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden. So fordert das EU-Recht unter anderem, dass Schweine ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Wühlmaterialien wie Stroh, Holz oder Heu haben müssen. Diese Anforderung erfüllen die geplanten Stallanlagen nicht. Deshalb ist aus Sicht der Grünen Stallanlagen, die nicht den Mindestanforderungen der EU-Schweinehaltungsverordnung entsprechen, die Genehmigung zu verweigern.
KOMMENTAR: Es gibt eine Überversorgung von 110% wozu brauchen wir da noch neue Mastställe?
Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium kündigt neue Leitlinien an
Hannover - Puten leiden unter Herz-Kreislauf-Störungen, Hühner-Füße sind wegen des durchnässten Einstreus häufig entzündet und Enten durchleiden die schmerzhafte Prozedur das Schnabelkürzens. Wegen dieser und weiterer Missstände in niedersächsischen Mastbetrieben plant das Agrarministerium nun eine Tierschutz-Offensive.
Hannover - Wochenlang hatte CDU-Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (Ahlhorn) die niedersächsischen Putenzüchter gegen Vorwürfe der Tierquälerei verteidigt. „Es gibt keine Tierschutz-Probleme in Geflügelmastbetrieben in Niedersachsen“, erklärte Grotelüschen wiederholt. Jetzt stellte ihr Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) im Landwirtschaftsausschuss des Landtags für viele überraschend Pläne des Ministeriums für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft vor.
Überall im Land formiert sich Widerstand, Bürgerinitiativen erhalten regen Zulauf – auch in unserer Region